02.02.2017 15:54

Nachlese: „Neue Impulse gegen Gewalt an Frauen?“

Am 1.12.2017 lud das UN Women Nationalkomitee Österreich im Rahmen der 16 Tage gegen Gewalt an Frauen zu einem Vortrag von Christine Brautigam, Director, Intergovernmental Support Division, UN-Women, zum Thema  "Neue Impulse gegen Gewalt an Frauen und Mädchen? Ein Aufruf zum Handeln in der UN Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung“ ein.

Zu Beginn erläuterte Christine Brautigam die Wichtigkeit der „16 Tage gegen Gewalt“. Da Gewalt gegen Frauen ein globales Problem ist, das alle Kulturen, Altersschichten, Einkommensklassen und religiöse Zugehörigkeiten betrifft, ist die weltweite Durchführung der Kampagne besonders wichtig. Es sollen verschiedene Formen von Gewalt gegen Frauen und Mädchen wie beispielsweise körperliche, sexuelle, psychisch und wirtschaftlich Gewalt adressiert werden. Die Grundlage für all diese Formen ist das strukturelle Machtgefälle zwischen Männern und Frauen. Die Kampagne legt deshalb Wert darauf, dass das Problem auf struktureller Ebene bekämpft wird.

Als nächstes geht die Vortragende auf die Rolle von der UN im Kampf gegen Gewalt an Frauen und Mädchen ein. Durch den Druck der Frauenbewegung  wurde das Thema aus der privaten Sphäre der Familie in die Öffentlichkeit und somit auch in die UN gebracht. Das erste wichtige UN Dokument, das sich mit dem Thema auseinandersetzt, ist die allgemeine Empfehlung Nr. 19 des Übereinkommen zur Beseitigung jeder Form von Diskriminierung der Frau (CEDAW) aus dem Jahr 1991.  Einige Jahre später bei der 4. Weltfrauenkonferenz 1995 in Peking bildete das Thema Gewalt gegen Frauen einer der 4 Hauptschwerpunkte.  Ein weiter wichtiger Meilenstein war die Resolution 1325 des UN Sicherheitsrates, die die Rechte von Frauen bei Friedensverhandlungen, Konfliktschlichtungen und im Wiederaufbau betrifft.

Zuletzt sprach Christine Brautigam über die aktuellen Ziele zur nachhaltigen Entwicklung (Sustainable Development Goals, SDGs) der UN und was diese zum Kampf gegen Gewalt an Frauen beitragen können. Die Erreichung eines eigenen Zieles Geschlechtergerechtigkeit und Empowerment für alle Frauen und Mädchen  (SDG 5), ist von besonderer Bedeutung. Hier wird spezifisch auf die Belange von Frauen und Mädchen eingegangen. Sie hob besonders Ziel 5.2 hervor, denn es fordert die Eliminierung aller Formen von Gewalt gegen alle Frauen und Mädchen in der Öffentlichkeit und der Privatsphäre inklusive Menschenhandel und sexuelle sowie alle andern Formen der Ausbeutung. Die Tatsachen, dass dieses Ziel festgelegt werden konnte, stellt eine einzigartige Errungenschaft dar! Genauso wichtig ist der Erfolg, dass sich nicht nur dieses Einzelziel mit Frauen und Mädchen befasst, sonder, dass die Gender Thematik als Querschnittsmaterie in allen Zielen behandelt wird. Damit die Fortschritte der einzelnen Länder bezüglich des Erreichens der Ziele gemessen werden können, wurden für jedes Ziel spezielle Indikatoren und Messmethoden entwickelt. Insgesamt gibt es 40 Indikatoren, die sich auf Gender und die Situation von Mädchen und Frauen beziehen.

Am Ende der Veranstaltung wurde die globale Perspektive wieder verlassen und darauf eingegangen, wie die Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen auf der lokalen Ebene aussieht. Ein Beispiel dafür sind die UN Women Programme im Flüchtlingslager Za’atari. Für diese Programme sammelt das UN Women Nationalkomitee Österreich derzeit Spenden.