Seit genau 100 Jahren sind Frauen an der Universität für Technik zugelassen. Anne Wunderlich, BSc, Studienassistentin für Genderkompetenz an der Technischen Universität Wien, besuchte das UN Women Nationalkomitee Österreich, um über die Entwicklung der quantitativen Aufteilung der Geschlechter an der TU Wien einen Einblick zu geben.

Um Rahmenbedingungen zu schaffen und somit die tatsächliche Gleichbehandlung von Frauen und Männern und die Frauenförderung durch Personalpolitik, Förderung der Genderkompetenz aller TU-Angehörigen in Forschung und Lehre sowie der Verteilung der Ressourcen zu fördern, erarbeitete die TU Wien einen Frauenförderungsplan.

Aber auch nach 100 Jahren, seit Beginn des Zugangs von Frauen zur TU Wien, existieren Ungleichheiten hinsichtlich der Verteilung von Professuren, denn je höher der Ausbildungsgrad, desto geringer die Anzahl der Frauen in höheren Positionen. Das muss in Zusammenhang mit dem Kontext gesehen werden, dass Teilzeitarbeit in Österreich vorrangig weiblich ist. Im EU-weiten Vergleich (Eurostat-Part-time employment rate) befindet sich Österreich in der Statistik über Teilzeitarbeit derzeit am vorletzten Platz. Das Schlusslicht bilden die Niederlande, wo jedoch 30 Stunden als Teilzeitarbeit gewertet werden.

Um gängigen Stereotypen entgegenzuwirken, versucht die TU Wien das Interesse von Mädchen an Technik früh genug zu erwecken und lädt zu diversen Veranstaltungen. In diesem Prozess der Ermutigung stellt sich die Frage, “warum eine Frau an einer Bohrmaschine schlechter sein soll, als an einer Nähmaschine” (Zitat: Anne Wunderlich, BSc). Beide Dinge sind Maschinen, werden aber gesellschaftlich anders gewertet. Daher existieren bereits seit einigen Jahren Projekte, die gezielt junge Mädchen mit der Technik bekannt machen möchten. Programme wie die FIT-Tage (Frauen in die Technik) oder der Töchtertag werden von Mädchen sehr gerne wahrgenommen.

Die TU Wien bietet für Studienanfänger_innen ein Mentoring-Programm an, bei dem ein_e erfahrene_r Mentor_in einen sogenannten “Mentee” unterstützt, um dadurch den Einstieg ins Studium zu erleichtern. Ein eigenes auf weibliche Schülerinnen konzipiertes Mentoring-Programm bietet das TU OnlineMentoring. Zielgruppe sind Schülerinnen ab 16 Jahren, Maturantinnen und Studentinnen der TU Wien im 1. Studienjahr. Dieses Mentoring-Programm gestaltet den Informationsaustausch über Emails und stellt eine 1:1 Beziehung zwischen Mentee und Mentorin dar.

Um weibliche Vorbilder den Mädchen präsentieren zu können, durch deren Biographien Schülerinnen und Studentinnen in ihrer Berufsplanung inspiriert werden sollen, wurde von der TU Wien der Frauenpreis eingeführt. Mit diesem Preis möchte man Absolventinnen ehren und so ein reales Vorbild für angehende Studentinnen der Technik schaffen.

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