Am 18. Feber durften wir Frau Mag.a Sabine Gaber – Vorstandsmitglied der Österreichischen Entwicklungsbank – willkommen heißen, die einen spannenden Vortrag über die Unterstützung von Frauen durch die OeEB hielt.

Die Entwicklungszusammenarbeit besteht aus mehreren Säulen: Spende, multinationale Banken, ADA (unterstützt Projekte). Die OeEB, die Österreichische Entwicklungsbank, wurde 2008 gegründet und ist an den Ziele der österreichischen Entwicklungszusammenarbeit gebunden. Sie handelt im Auftrag der Republik Österreich und unterliegt dem BMF, Bundesministerium für Finanzen. Neben der OeEB agieren weltweit noch andere 15 Entwicklungsbanken. Sie wird durch den Rechnungshof und KPMG geprüft.
Schwerpunktmäßig beschäftigt sich die OeEB mit der Verbesserung der Lebensumständen der Menschen in Schwellen- und Entwicklungsländern. In den meisten Fällen ist es in diesen Ländern den Unternehmen schwierig an Kapital zu kommen, doch gerade dort sind Investitionen wichtig, weil sie der Arbeitsplatzbeschaffung dienen. Durch das Handeln der OeEB werden Impulse gesetzt, um nachhaltiges Wirtschaften zu ermöglichen. Vor Ort hat die OeEB Konsulenten, um so in Erfahrung zu bringen, was seitens der Unternehmen und Länder benötigt wird. Sie beteiligt sich an Kleinst-/Klein-/Mittelunternehmen und ergänzt ihre Tätigkeiten mit entwicklungspolitischen Agenden. Eines ihrer Ziele ist, dass durch finanzielle Hilfe eigene Institutionen gebildet werden können – die Entwicklungsbank finanziert diese nachhaltig. Die Messung der Nachhaltigkeit erfolgt alle 5 Jahre.

Eine der Hauptaufgaben der OeEB ist die Vergabe von Krediten, wobei sie sich stark mit der Frage auseinandersetzt, unter welchen Bedingungen Kredite weitergegeben werden. Die OeEB strebt bei Finanzierungsprojekten die Anpassung an internationale Umwelt-, Sozial-, und Menschenrechtsstandards an. Falls es notwendig ist, fertigt die OeEB mit den Kunden einen Maßnahmenkatalog in Form eines Aktionsplanes an, welcher als Teil des Kreditvertrags zu einer verbindlichen Auflage wird.

Des Weiteren sind die ICO-Norm, keine Überschuldung, sowie die Vergabe eines gewissen Prozentsatzes der Kredite an Frauen wichtig. Kredite werden erst dann vergeben, wenn auch Frauen unterstützt werden und qualitative Arbeitsplätze für sie geschaffen werden. In diesem Zusammenhang gilt zu beachten, dass Rahmenbedingungen geschaffen werden, welche es Frauen erleichtern, berufstätig zu sein, zB. Schulen, Kindergärten. Durch Mikrofinanzierung können Frauen leichter an Unterstützung kommen, denn in vielen geografischen Hauptregionen der OeEB fehlt es der Frau an essentiellen Rechten. Der geografische Fokus der OeEB liegt in Afrika, Süd-Kaukasus/Zentralasien, Südost-/Osteuropa und Zentralamerika/Karibik. (Der derzeitige politische Auftrag ist, dass die Entwicklungszusammenarbeit Österreichs mit Afrika gestärkt wird.)

Neben dem finanziellen Aspekt sind der OeEB Projekte zur Stärkung der community awareness wichtig. Durch finanzielle Unabhängigkeit der Frauen, kommt es häufig zu einer Kräfteverschiebung, welche zu Gewalt, ausgehend von Männern, führen kann. Infolgedessen sind sind awareness trainings wichtig, um diese Folgen vorzubeugen oder ihnen entgegenzuwirken. Die Bank behält sich Vorbehalte, solange nicht alle Maßnahmen umgesetzt sind. Wenn vereinbarte Standards nicht eingehalten werden, zieht sich die Bank aus dem Geschäft zurück, zB. wenn weniger Frauen als vereinbart angestellt werden.

Die Entwicklungsbank hat ein hohes Repräsentationsrisiko, weil sie schwierige Projekte annimmt – von 50-60 BewerberInnen nimmt die Bank 20-25 an.

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