In Kooperation mit Women in International Security Austria (WIIS) wurde am 29. Jänner 2019 eine gut besuchte Round Table Diskussion zum Thema „Human Trafficking: The victims, the perpetrators and the role of civil society” veranstaltet.

Die beiden Vortragenden Aimée Comrie (Crime Prevention and Criminal Justice Officer, United Nations Office on Drugs and Crime – UNODC) und Oleksandr Kyrylenko (Programme Officer at the OSCE Office of the Special Representative for Combating Trafficking in Human Baings) gaben detaillierte Einblicke in die Thematik.

Im Vortrag von Ms. Comrie wurde die Definition von Menschenhandel betont. Menschenhandel hat mit dem „Schmuggel“ von Flüchtlingen und MigrantInnen drei Hauptelemente gemein, die im“Protocol to Prevent, Suppress and Punish Trafficking in Persons, Especially Women and Children” hervorgehoben werden. Die stattfindende Handlung (Act), die die Rekrutierung, den Transport, den Transfer oder die Beherbergung von Betroffenen meint, die Mittel (means), wie Bedrohung, Zwang, Entführung, Betrug und Irreführung, die eingesetzt werden um gesellschaftlich Schwächere ausnutzen zu können und die dahinterliegende Absicht (purpose) um Betroffene zu (sexueller) Ausbeutung, Prostitution, Zwangsarbeit oder Sklaverei zwingen zu können, charakterisieren laut UNODC- Definition Menschenhandel.

Das “Protocol to Prevent, Suppress and Punish Trafficking in Persons, Especially Women and Children” wurde im Zuge der „United Nations Convention against Transnational Organized Crime“ im Jahr 2000 unterzeichnet und ist seit 2003 mit 173 Ratifizierungen wirksam.

Wichtig zu betonen, war Ms. Comrie die schwer zugängliche Datenbasis. Da Täter und Täterinnen meist für andere Verbrechen verurteilt werden (Dokumentenfälschung, Prostitution, etc.) tauchen sie somit in offiziellen Statistiken zu Menschenhandel nicht auf. Laut UNODC sind Frauen zu rund 30 % Täterinnen und arbeiten meist auf unteren Ebenen und/oder werden zur Anwerbung und Vermittlung von Betroffenen gezwungen.

Verbrechen, die weiblichen Betroffenen von Menschenhandel angetan werden, sind meist sexualisierte Verbrechen. Sexuelle Belästigung und sexuelle Ausbeutung, Zwangsehe, Vergewaltigung(en) und Prostitution erfahren sehr viele Frauen, Betroffene werden aber auch zur organisierten Bettlerei und diversen Formen von Kriminalität gezwungen. Kinder sind laut aktuellen UNODC Recherchen zu ca. einem Drittel von Menschenhandel betroffen.

Details über die Arbeit von UNODC zur Bekämpfung von Menschenhandel können Sie unter https://www.unodc.org/unodc/en/human-trafficking/what-is-human-trafficking.html?ref=menuside nachlesen. Infos über Glo.ACT unter https://www.unodc.org/unodc/en/human-trafficking/glo-act/index.html

Oleksandr Kyrylenko hob in seinem Vortrag den OSZE „Action Plan on Combating Trafficking in Human Beings“ hervor, der 2003 beschlossen wurde und stellte auch das 2018 erschienene Arbeitspapier der OSZE „The critical role of civil society in Combating Trafficking in Human Beings“ vor. Prävention (Prevention), Schutz (Protection), Strafverfolgung (Prosecution) und Partnerschaften (Partnerships) bilden gemäß OSZE Action Plan die Säulen zur Bekämpfung des Menschenhandels. Vor allem die wichtige Rolle der Zivilgesellschaft (NGOs, internationale Organisationen, etc.) stellte Kyrylenko als ausschlaggebend dar, da Betroffene von Menschenhandel davor zurückschrecken, sich an staatliche Behörden zu wenden und Hilfe in erster Linie bei NGOs suchen.

Um Frauen und Kinder besser vor Menschenhandel schützen zu können, wurde im Jahr 2000 das sogenannte „Palermo Protokoll“ der Vereinten Nationen verabschiedet, einem „Zusatzprotokoll zur Verhütung, Bekämpfung und Bestrafung des Menschenhandels, insbesondere des Frauen- und Kinderhandels, zum Übereinkommen der Vereinten Nationen gegen die grenzüberschreitende organisierte Kriminalität.“

Ein weiterer Schwerpunkt der OSZE ist auch Ausbeutung am Arbeitsplatz und Zwangsarbeit (labour exploitation) nachhaltig zu verhindern, 2004 wurde das Arbeitspapier „Combating Trafficking in Human Beings for Labour Exploitation“ publiziert.

Seit 2000 tagt die von der OSZE initialisierten „Alliance against Persons in Trafficking“ jährlich, die NGOs, ExpertInnen und VertreterInnen der Zivilgesellschaft zu einem Austausch bittet und Schulungen organisiert.

Den gesamten OSZE Action Plan finden Sie unter https://www.osce.org/odihr/23866

Das OSZE Arbeitspapier zu Labour Exploitation unter https://bim.lbg.ac.at/sites/files/bim/THB%20for%20Labour%20Exploitation_Chapter%201_Austria_JPlanitzer_HSax.pdf 

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