Weibliche Genitalverstümmelung (Female Genital Mutilation – FGM) zählt zu den grausamsten Menschenrechtsverletzungen auf der ganzen Welt. Dennoch sind jedes Jahr Millionen von Frauen und Mädchen der Gefahr ausgesetzt, Opfer dieser zu werden. Obwohl der Gewaltakt in den jeweiligen Regionen unterschiedlich durchgeführt wird, vollzieht es sich in der Regel zwischen der frühen Kindheit und dem 15 Lebensjahr der Mädchen. Nach der Beschneidung müssen die Mädchen mit ernsthaften gesundheitlichen Folgen wie lebenslange Schmerzen im Intimbereich oder Infektionen rechnen, in dem schlimmsten Fällen sterben sie.

So wie erzwungene Heirat stellt weibliche Genitalverstümmelung ein Problem dar, das nur äußerst schwer zu besiegen ist, da es Teil der kulturellen Praktik der jeweiligen Gesellschaft ist. Die Wurzel von weiblicher Genitalverstümmelung liegt jedoch im Machtungleichheitsverhältnis zwischen Männern und Frauen. Mit der Beschneidung wird den Frauen die Möglichkeit genommen ein freies und schmerzfreies Leben zu führen.

Wie bei vielen Ausprägungen von geschlechtsbezogener Gewalt, kommen die Opfer nur selten zu Wort, entweder weil das Thema tabuisiert wird oder weil sie Angst vor Diskriminierung haben. Am heutigen internationalen Tag gegen Genitalverstümmelung stellt UN Women vier Frauen vor, die von ihren Erfahrungen erzählen. Ihre Geschichten (unter anderem auch die von Jaha Dukureh, der UN Botschafterin gegen FGM) können Sie hier lesen. 

Die Beendigung von weiblicher Genitalverstümmelung stellt eins der Ziele der 2030 Agenda für nachhaltige Entwicklung dar. Die Vereinten Nationen arbeiten gemeinsam mit verschiedenen Staaten sowie Schlüsselakteuren auf dieses Ziel hin. UN Women initiiert gemeinsam mit UNICEF, UNFDA und UNDP Projekte, um von FGM bedrohte Frauen und ihre Familien zu stärken: Mit der Schaffung einer sicheren ökonomischen und sozialen Grundlage soll ein Umfeld geschaffen werden, in welchem weibliche Genitalverstümmelung und andere Formen von Gewalt an Frauen und Mädchen keinen Platz finden. Zu den Zielen von UN Women gehört ebenfalls die globale Institutionalisierung des Kampfes gegen FGM, womit unter anderem gewährleistet werden kann, dass FGM von allen Staaten strafrechtlich belangt wird. 

Obwohl bereits positive Erfolge zu verzeichnen sind, erinnert uns der heutige Tag daran, dass es noch viele Bemühungen und Arbeit bedarf, um den Millionen von Mädchen und Frauen dieses grausames Leid zu ersparen.  

 

Wenn Sie mehr über FGM wissen wollen, klicken Sie auf folgende weiterführende Links: 

http://www.un.org/en/events/femalegenitalmutilationday/

http://www.unis.unvienna.org/unis/en/pressrels/2019/unissgsm914.html

http://egypt.unwomen.org/en/what-we-do/ending-violence-against-women/fgm-programme

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