Heute, am 12. November 2018, feiert die Republik Österreich 100 Jahre Frauenwahlrecht. Anlässlich dieses besonderen historischen Ereignisses wurde am Dienstag, 6. November 2018 Petra Unger zu uns eingeladen.

Petra Unger, MA, Initiatorin der Wiener Frauen*spaziergänge und Absolventin des Rosa Mayreder Colleges, arbeitet als Kulturvermittlerin, Akademische Referentin für feministische Bildung und Politik und präsentierte im Rahmen des Round Table ihr Buch „Frauenwahlrecht. Demokratie und Frauenrechte“.

Politische Partizipation von Frauen war nicht immer selbstverständlich.

„Frauen sind Mangelwesen“ – mit diesen Worten wurde seit der Antike der Ausschluss von Frauen aus der Politik begründet. Frauen wurden als unselbständig und entscheidungsunfähig abgestempelt die folglich auch nicht Politik ausüben konnten. Demokratische Vordenker wie Aristoteles, John Locke oder Jacques Rosseau belegten diesen Ausschluss durch vermeintlich wissenschaftliche Argumente. Nur der ideale, männliche, Staatsbürger, sollte dazu berechtigt sein, sich an politischer Herrschaft zu beteiligen. Bis ins 19. Jahrhundert hinein besaßen Frauen in Mitteleuropa keine Rechte, um ihre gesellschaftlich-politische Partizipation ausüben zu können.

Im Revolutionsjahr 1848 fand die erste Frauendemonstration (Praterschlacht) in Österreich statt. Erdarbeiterinnen und solidarische Arbeiter zogen mit der Forderung „Gleicher Lohn für gleiche Arbeit“ zur Prater Hauptallee. Frauen wie Marianne Hainisch, Auguste Fickert oder Rosa Mayreder wurden zu Gallionsfiguren im Kampf um das österreichische Frauenwahlrecht, viele der sich dafür einsetzenden Frauen hatten sozialdemokratischen Hintergrund. Nach langen Bemühungen wurde am 12. November 1918 das Gesetz über die Staats- und Regierungsform der Ersten Republik verabschiedet, die Grundsätze des Wahlrechts für die Konstituierende Nationalversammlung wurden festgelegt. Die Wahlordnung solle „auf dem allgemeinen, gleichen, direkten und geheimen Stimmrecht aller Staatsbürger ohne Unterschied des Geschlechts“ beruhen.

Der Einzug der ersten weiblichen Abgeordneten in den Nationalrat am 4.März 1919 markierte den Höhepunkt der Bemühungen der Frauenbewegungen.
Die erste Rede einer Frau im Nationalrat hielt Adelheid Popp (1869-1939) zur Abschaffung der Adelsprivilegien. Als Vorkämpferin für die Demokratisierung der Gesellschaft und die Gleichstellung der Geschlechter, betonte Popp, die Gleichheit aller BürgerInnen.

 

  • http://petra-unger.at
  • Unger, Petra, Frauenwahlrecht. Demokratie und Frauenrechte, St. Nikolausstiftung Erzdiözese Wien, Wien 2018.

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