Unter dem Titel “Wer Macht Film” erläuterte Mag.a Iris Zappe-Heller, stv. Direktorin des Österreichischen Filminstituts (ÖFI), Interessierten unseres Round Tables vom 04. Juni den im Mai 2018 publizierten Österreichischen Film Gender Report.

Der Film Gender Report 2012-2016 erhob und analysierte Geschlechterverhältnisse im österreichischen Filmschaffen vom 1.1.2012 bis 31.12.2016 und ist Resultat des Entschließungsantrags des Österreichischen Nationalrats vom 26. Feber 2016 zur Evaluierung der Verteilung der Fördermittel an Frauen und Männer sowie der genderbedingten Ungleichheiten in der österreichischen Filmbranche.

Im Report wurden vier Bereiche des Filmschaffens in Österreich untersucht.

Erstens wurde die Aufteilung von Fördermitteln aus insgesamt 11 österreichischen Filmförderstellen auf gerechtes Gender Budgeting überprüft. Der Report kam zu dem Schluss, dass rund 80% der Herstellungsförderungen Projekten mit überwiegend Männern in Regie, Produktion und Drehbuch zugesprochen wurden und nur 20% der Fördermittel an Projekte mit Frauen in dieser Funktion gingen.

Zweitens wurden österreichische Kinospielfilme detailliert auf gendergerechte Förderbeträge hin durchleuchtet. Die höchsten Förderbeträge gingen ausschließlich an Projekte mit männlich besetzten Stabsstellen. Projekte mit überwiegender Anzahl an Frauen in den Stabsstellen wurden überproportional nur mit kleineren Summen gefördert. Auch wurde nur jeder fünfte Kinospielfilm in Österreich von einer Frau inszeniert. Wurde aber von Frauen Regie geführt, stieg gleichzeitig der Anteil an Frauen in anderen Stabsstellen beträchtlich an.

Drittens wurden österreichische und internationale Filme auf insgesamt 13 Filmfestivals in Österreich auf Geschlechterparität hin untersucht. Lediglich knapp ein Viertel aller Langfilme, die auf Festivals im Land gezeigt wurden, wurden von Regisseurinnen inszeniert. Auch bei der Besetzung der Posten von FestivaldirektorInnen wurden Frauen kaum berücksichtigt. Nur 39% Filmfestivaldirektorinnen aber 61% Filmfestivaldirektoren wurden vom Report registriert. Auch kam der Bericht zu dem Schluss, dass Frauen als Programmverantwortliche bei Filmfestivals (Anteil liegt bei 67%) erneut nur in der zweiten Reihe fungierten.

Viertens wurden Lehrende und Studenten der Filmakademie Wien berücksichtigt. Die Zulassungskommission zur Aufnahme von BA-Studenten bestand aus 33% Frauen und 67% Männer. Knapp 44% Frauen wurden zum BA-Studium zugelassen, wovon 32% den BA- Abschluss an der Filmakademie auch machten. Von 2012-2016 gab es 30% weibliche Lehrende und eine einzige Professorin.

Auch die Tätigkeit von Mag.a Zappe-Heller bei eurimages war Thema. 1989 gegründet ist der European Cinema Support Fund für Langfilme, Animationen und Dokumentarfilme wichtiger Fördermittelgeber in der europäischen Filmlandschaft und hat ein jährliches Budget von 25 Millionen €. Vor allem die Kampagne 50/50 by 2020 von eurimages, die Geschlechterparität bis 2020 umsetzen will, stieß auf reges Interesse.

Den gesamten Report zum Nachlesen finden Sie hier.

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