Rund 20 Gäste waren unserer Einladung gefolgt und nahmen am Round Table „Brides of the Sun: Wie der Klimawandel in Mosambik und Malawi zu Kinderehen führt“ am 22. Mai 2018, teil.

Vortragende war Journalistin und Projektleiterin Miriam Beller (ORF), die Moderation übernahm unsere ehrenamtliche Mitarbeiterin Mag.a Tina Fadler.

Gemeinsam mit einem britischen Kollegen und einer belgischen Kollegin reiste Videojournalistin Miriam Beller 2016 in die Subsahara um das Phänomen Child Brides (Kinderbräute) in Zusammenarbeit mit Lokalmedien vor Ort einer breiteren Masse von LeserInnen auch in Europa zugänglich zu machen.

Sowohl in Malawi als auch in Mosambik brachte und bringt Klimawandel unverhältnismäßig größere Auswirkungen mit sich als in Europa. Es sind vor allem ärmere Länder im globalen Süden, die unter den Folgen von Klimawandel, wie Dürren und Fluten, leiden. Da der Großteil der dortigen Bevölkerung von Subsistenzwirtschaft lebt, wird aufgrund der zunehmenden langen Trockenzeit (Dürren) und der darauffolgenden heftigen Fluten dem Großteil der Familien das Einkommen entzogen.

Obwohl sowohl Männer als auch Frauen unter den Auswirkungen des Klimawandels leiden, betreffen die ökonomischen Auswirkungen Frauen und Mädchen stärker.

Da durch den Verlust an landwirtschaftlichem Boden durch Dürren und Fluten sehr oft nicht mehr alle Familienmitglieder ernährt werden können, sind Familien oft gezwungen, Töchter bereits im Teenageralter zu verheiraten.

Auch können viele Mädchen aufgrund des Wegfalls des Einkommens nicht mehr die Schule besuchen und nur noch im eigenen Haushalt arbeiten. Einzig die Perspektive einer Heirat (und dem damit verbundenen gesellschaftlichen Aufstieg) bleibt den Mädchen. Aus diesem Grund treffen sie oft selbst die Entscheidung zu heiraten und eine eigene Familie zu gründen.

Präsentiert wurden einige Biographien von betroffenen Teenagermädchen, die ganz unterschiedliche Erfahrungen widerspiegeln. Vergewaltigungen in der Ehe, Verlassen werden durch den Ehemann mit Rückkehr in die Ursprungsfamilie aber auch eine Verbesserung der eigenen Lage mit Schulabschluss erlebten einige.

Gemeinsam ist allen, dass ihre Vermählung mit Männern gleichen Alters aus dem Dorf nur aufgrund des Klimawandels und der schlechten ökonomischen Lage ihrer Familien so früh vollzogen wurde. Wie Miriam Beller präsentierte, war allen Mädchen bewusst, dass ohne die Auswirkungen des Klimawandels ihr Leben wahrscheinlich ganz anders verlaufen wäre und eine frühe Heirat für sie undenkbar gewesen wäre.

Climate Change is not Gender neutral!

Details zu dem Projekt und zu den Biographien der Mädchen können Sie hier nachlesen.

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